Grundsätzlich können Beamte bei der Wahl der Krankenversicherung frei zwischen Gesetzlicher und Private Krankenversicherung wählen. Für den Großteil von Beamten ist die Absicherung über die Private Krankenversicherung in der Regel jedoch die beste Wahl. Die Beihilferegelungen durch Bund und Länder ermöglichen Beamten den Zugang zur privaten Krankenversicherung zu besonders günstigen Konditionen.
Doch bereits bestehende Vorerkrankungen oder Behinderungen bei Antragstellung können den Zugang in die PKV erschweren. Je nach Gesundheitszustand können Beitragszuschläge oder sogar eine Ablehnung die Folge sein. Beamte genießen jedoch ein besonderes Privileg: Sie können über die sogenannte Öffnungsaktion oder Öffnungsklausel für Beamte trotz schwerwiegender Vorerkrankungen oder Behinderungen in die private Krankenversicherung aufgenommen werden.
Dennoch gilt es bei der Öffnungsaktion für Beamte einiges zu beachten. Sie ist nicht automatisch die beste Wahl für alle Beamten mit Vorerkrankungen. In diesem Ratgeber erfährst Du alles rund um die Beamtenöffnungsklausel, Voraussetzungen, Vor- und Nachteile sowie potenzielle Alternativen.
Was ist die PKV Öffnungsaktion für Beamte?
Die PKV Öffnungsaktion für Beamte (oft auch Öffnungsklausel genannt) ist eine Sonderregelung, mit der Du als Beamter bzw. Beamtenanwärter trotz Vorerkrankungen oder Behinderungen in eine beihilfekonforme PKV kommen kannst. Sie garantiert also die Aufnahme in die PKV für Beamte trotz Vorerkrankung, selbst wenn Du über die normale Gesundheitsprüfung eine Ablehnung erhalten würdest.
In der Praxis bedeutet das für dich Folgendes:
- Erleichterte Aufnahme in die private Krankheitskostenvollversicherung für Beamte (Restkostenabsicherung zur Beihilfe).
- Kontrahierungszwang für teilnehmenden Versicherer: Du wirst nicht aus Risikogründen abgelehnt.
- Keine Leistungsausschlüsse innerhalb des begünstigten PKV-Schutzes.
- Begrenzte Risikoszuschläge für Beamte: Falls ein Zuschlag nötig ist, ist er auf max. 30% des Tarifbeitrags begrenzt.

Voraussetzungen für die Teilnahme an der PKV Öffnungsaktion für Beamte
Damit Du als Beamter über die Öffnungsklausel in die PKV aufgenommen werden kannst, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
Vorversicherung PKV Öffnungsklausel
Für die PKV-Öffnungsaktion für Beamte gilt bei der Vorversicherung grundsätzlich: Sie ist in erster Linie für den erstmaligen Zugang zur PKV gedacht. Wer bereits eine PKV-Krankheitskostenvollversicherung hat oder früher hatte, kann die Öffnungsaktion in der Regel nicht nutzen. Ausnahmen sind je nach Einzelfall möglich. Eine bestehende Anwartschaft gilt grundsätzlich ebenfalls als Vorversicherung und kann die Teilnahme an der Öffnungsaktion ausschließen. Ausnahme: Du nutzt die Öffnungsaktion beim selben Versicherungsunternehmen, bei dem die Anwartschaft bereits besteht.
Berechtigte Personen für die Teilnahme an der PKV-Öffnungsaktion
Beihilfeberechtigte Personen
- Beamte auf Widerruf seit 2019 (z.B. Beamtenanwärter, Referendare)
- Beamtenanwärter (z.B. erstmalige Verbeamtung; je nach Fall auch Beamte auf Probe/Zeit/Lebenszeit)
- Freiwillig gesetzlich versicherte Beamte (unter bestimmten Voraussetzungen)
- Richter mit Beihilfeanspruch
- Kirchenbeamte mit Beihilfeanspruch
- Beihilfeberechtigte Dienstordnungsangestellte (z.B. bei Sozialversicherungsträgern und Berufsgenossenschaften)
- Beihilfeberechtigte Berufsanfänger bei öffentlich-rechtlichen Banken (z.B. Sparkassen, Landesbanken)
- Teilweise Abgeordnete (z.B. mit beihilfeähnlichem Anspruch, je nach Regelung)
Heilfürsorgeberechtigte Personengruppen (in der Regel über Anwartschaft)
- Zeit- und Berufssoldaten
- Bestimmte Polizei- und Feuerwehrbeamte mit Heilfürsorgeanspruch
- je nach Konstellation auch weitere heilfürsorgeberechtigte Laufbahnen möglich
Angehörige (wenn beihilfeberechtigt/berücksichtigungsfähig)
- Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder
- In bestimmten Fällen auch Witwen und Waisen, sofern beihilferechtlich berücksichtigungsfähig
Fristen für die PKV Öffnungsaktion
Die Öffnungsklausel kannst Du in der Regel nur in einem begrenzten Zeitfenster in Anspruch nehmen: innerhalb der ersten sechs Monate nach der erstmaligen Verbeamtung. Maßgeblich ist dabei der Beginn des Beamtenverhältnisses und vor allem der Zeitpunkt, an dem der Antrag beim teilnehmenden Versicherer eingeht, nicht das Datum, an dem der Versicherungsschutz tatsächlich startet.
Für Beamte auf Probe kann sich dieses Zeitfenster unter bestimmten Voraussetzungen noch einmal öffnen, wenn sie zuvor als Beamte auf Widerruf in der GKV versichert waren. Auch berücksichtigungsfähige Familienangehörige müssen ihre Aufnahme in der Regel innerhalb von sechs Monaten ab dem Zeitpunkt beantragen, ab dem sie erstmals bei der Beihilfe berücksichtigt werden können.
Versicherungsgesellschaften mit Öffnungsklausel für Beamte
Viele große PKV-Anbieter beteiligen sich an der Öffnungsaktion für Beamte, allerdings mit teils unterschiedlichen Tarifwelten, Serviceleistungen und Spielräumen bei der Umsetzung. Deshalb reicht es nicht, nur „irgendeinen“ Versicherer zu wählen: Wer die Öffnungsklausel PKV Beamte nutzen will, sollte die Optionen gezielt vergleichen (Beihilfe-Tarife, passende Bausteine, Beitragslogik), bevor der Antrag gestellt wird.
Wir helfen Dir dabei, die passenden Tarife in der Öffnungsaktion für Beamte zu finden. Nimm einfach unverbindlich Kontakt zu uns auf und lass dich von unseren Experten für die PKV Öffnungsaktion für Beamte beraten. Die Erstberatung ist bei uns immer kostenlos.
Teilnehmende Versicherungen:
- Allianz Private Krankenversicherungs-AG
- Bayerische Beamtenkrankenkasse Aktiengesellschaft
- DBV Deutsche Beamtenversicherung
- Debeka Krankenversicherungsverein a.G.
- DKV Deutsche Krankenversicherung AG
- Generali Deutschland Krankenversicherung AG
- HALLESCHE Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit
- HUK-COBURG-Krankenversicherung AG
- INTER Krankenversicherung AG
- LIGA Krankenversicherung katholischer Priester VVaG
- Münchener Verein Krankenversicherung a.G.
- ottonova Krankenversicherung AG
- SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a.G.
- Süddeutsche Krankenversicherung a.G.
- UKV – Union Krankenversicherung AG
- Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG
Quelle: Beamte in der PKV
Beamtenöffnungsklausel nicht vorschnell nutzen
Die PKV Öffnungsklausel für Beamte klingt im ersten Moment wie der sichere Ausweg bei Vorerkrankungen: Du wirst aufgenommen, der Zuschlag ist begrenzt, fertig. In der Praxis kann genau diese „schnelle Lösung“ aber zum teuren Fehler werden, weil Du dich damit unter Umständen dauerhaft auf einen Versicherer festlegst, obwohl eine reguläre Aufnahme (oder eine bessere Tarifkombination) möglich gewesen wäre.
Der wichtigste Grund: Nicht jeder Versicherer bewertet jede Vorerkrankung gleich. Ein Beispiel: Für den einen Anbieter kann Asthma oder Bluthochdruck ein echtes Problem sein, der nächste stuft das deutlich entspannter ein. Das ist abhängig von Verlauf, Medikation, Arztberichten und dem Gesamtbild. Wenn Du hier ohne Vorarbeit direkt den Weg über die Öffnungsklausel gehst, verzichtest Du möglicherweise auf bessere Leistungen, mehr Tarifauswahl und langfristig günstigere Beiträge.
Vorteile einer regulären Aufnahme in die PKV
Wenn eine normale, beihilfekonforme PKV-Aufnahme klappt (ohne Öffnungsaktion), hast Du oft mehr Spielraum, deinen Versicherungsschutz sinnvoll zu gestalten. Das ist vor allem deshalb relevant, weil viele Beamte nicht nur „irgendwie in die PKV“ wollen, sondern bestimmte Punkte wichtig sind, wie zum Beispiel:
- starke Leistungen beim Zahnarzt (z.B. Zahnersatz, Implantate, Material-/Laborkosten)
- vernünftige Erstattung bei Heilmitteln (Physiotherapie, Logopädie)
- gute Absicherung von Hilfsmitteln (z.B. Hörgeräte, orthopädische Versorgung)
- passende Regelungen zu ambulanten Leistungen oder optional Heilpraktiker (je nach Tarifwelt)
Bei einer regulären Aufnahme in die PKV kannst Du häufig zusätzlich einen Beihilfeergänzungstarif sinnvoll integrieren, um typische Lücken und Kürzungen der Beihilfe abzufangen. Genau diese Bausteine sind in der Öffnungsaktion oft nicht oder nur sehr eingeschränkt verfügbar. Selbst wenn Du über die Öffnungsklausel in die PKV kommst kann es sein, dass Du später mehr zuzahlst, als Du es bei einem anderen Weg müsstest.
Du hast in der Öffnungsaktion praktisch nur einen Versuch
Wenn Du einen Antrag über die Öffnungsklausel stellst, gilt faktisch: Du bindest dich an den ersten teilnehmenden Versicherer, bei dem Du den Antrag einreichst. Danach gibt es in der Regel keinen zweiten Versuch, um einen anderen Anbieter zu wählen. Genau deshalb sollte die Reihenfolge immer sein:
- erst anonym prüfen, was regulär möglich ist mit Hilfe der anonymen Risikovoranfrage
- dann entscheiden, ob die Öffnungsaktion wirklich der beste Weg ist

Online Beratung PKV Öffnungsklausel mit Anonymer Risikovoranfrage
Unsere Erfahrung zeigt: Viele Beamte schätzen sich gesundheitlich kränker ein, als es die Versicherer am Ende bewerten. Manchmal reicht schon eine saubere Aufbereitung (Diagnose, Verlauf, Medikation, Arztunterlagen), um regulär in einen guten Beihilfetarif zu kommen. Und selbst wenn klar ist, dass es am Ende die Öffnungsklausel wird, brauchen wir die Voranfrage bzw. mindestens den Gesundheitsfragebogen, um:
- ein vollständiges Bild zu bekommen (nicht nur „ich habe X“, sondern: wie schwer, wie aktuell, wie behandelt)
- realistische Alternativen zu prüfen (Tarife, Anbieter, Bausteine)
- strategisch mitzudenken, ob später ggf. ein Wechsel in die „Normalversicherung“ möglich sein kann, denn bei bestimmten Krankheitsbildern kann das nach einigen Jahren realistisch werden, wenn Punkte aus den Abfragezeiträumen herausfallen
Außerdem erleben wir immer wieder, dass Interessierte bei vorherigen Beratungen pauschal negatives Feedback erfahren haben. Nicht, weil es wirklich aussichtslos wäre, sondern weil Voranfragen viel Arbeit für Berater und Kunden sein können und nicht jeder Berater Lust auf langwierige Anfragen hat, deren Ausgang ungewiss ist. Genau hier setzen wir an: PKV für Beamte ist unsere Expertise, inklusive Online-Beratung und Begleitung bei der Öffnungsaktion gegen Honorar, aber eben mit dem wichtigen Schritt davor: der anonymen Risikovoranfrage.

PKV Anbietervergleich Öffnungsaktion für Beamte
Ein Vergleich der Anbieter zur Öffnungsklausel für Beamte in der PKV ist auch dann wichtig, wenn Du denkst „ich komme sowieso nur über die Öffnungsaktion rein“. Denn selbst innerhalb der Öffnungsaktion gibt es spürbare Tarifunterschiede für Beamte: Leistungen und die Ausgestaltung beihilfekonformer Kerntarife unterscheiden sich je nach Versicherer. Ein erfahrener Versicherungsmakler kann dabei strategisch prüfen, welcher Anbieter Vorerkrankungen wie bewertet und wo sich durch eine geschickte Tarif- und Anbieterwahl Vorteile erzielen lassen. Zum Beispiel, indem wichtige Leistungen (die sonst nur über Beihilfeergänzungstarife erreichbar wären, die Du in der Öffnungsaktion oft nicht bekommst) bereits im Kerntarif möglichst sauber abgebildet werden. Wie bereits erwähnt, hast Du für die Antragstellung bei der Öffnungsaktion für Beamte nur eine Chance. Umso wichtiger ist der freie Vergleich durch einen erfahrenen Versicherungsmakler für Beamte.
Vorteile und Nachteile der Beamtenöffnungsklausel PKV
| Vorteile PKV Öffnungsaktion ✅ | Nachteile PKV Öffnungsaktion ❌ |
|---|---|
| PKV trotz Vorerkrankung möglich: erleichterter Zugang für Beamte, wenn die Aufnahme über die normale Gesundheitsprüfung schwierig/unmöglich ist | Begrenzte Auswahl an Versicherungsgesellschaften: Es nehmen Deutschlandweit nur 18 Versicherer teil |
| Keine Ablehnung aus Risikogründen (bei erfüllten Voraussetzungen und Fristen) | Tarif-/Auswahlspielraum begrenzt: je nach Versicherer nicht jede Tarifvariante/Upgrade-Option verfügbar |
| Keine Leistungsausschlüsse innerhalb der beihilfekonformen Restkostenversicherung | Nicht automatisch „beste“ Lösung: manchmal ist die normale Gesundheitsprüfung (mit passendem Anbieter) leistungsstärker oder günstiger |
| Risikozuschlag gedeckelt: maximal bis 30% | Beihilfe-Limits bleiben bestehen: Leistungen nur im Rahmen der Beihilfe. Keine automatische „Aufstockung“ darüber hinaus |
| Planbarer Einstieg in eine beihilfekonforme PKV, auch bei komplexer Krankengeschichte oder Behinderung | Zusatzbausteine oft separat: z.B. Beihilfeergänzung/Komfortleistungen können ausserhalb der Öffnungslogik bewertet werden |
| Sinnvoll nur für „Problemfälle“: wenn sonst Ablehnung oder sehr hohe Zuschläge drohen | Beitrag kann trotzdem steigen: 30% Zuschlag können über Jahre spürbar sein |
| Angehörige können häufig mit rein (unter Voraussetzungen) | Fristen sind hart: entscheidend ist die Antragstellung innerhalb der Frist, nicht der Versicherungsbeginn |
| „Nur ein Versuch“: die Öffnungsaktion kann in der Regel nur einmal genutzt werden. Falsche Wahl kann weitreichende Folgen haben | |
| Späterer Versichererwechsel schwierig: Wechsel bedeutet meist wieder Gesundheitsprüfung (gerade mit Vorerkrankungen) |
Fazit: Öffnungsklausel ja, aber erst nach Prüfung regulärer Aufnahme
Die Öffnungsklausel ist ein wertvolles Sicherheitsnetz für Beamte. Aber: Sie ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn Du vorher geprüft hast, ob Du nicht doch regulär in die PKV aufgenommen werden kannst und so besser fährst, finanziell und leistungsmäßig.
Nimm jetzt unverbindlich Kontakt mit uns auf und lass dich in einem kostenlosen Erstgespräch zum Thema Öffnungsaktion für Beamte beraten.



